Sind das die größten Schwierigkeiten für selbstständige ITler?

Keine Frage: selbstständige ITler sind im Alltag vielen Schwierigkeiten ausgesetzt. Gleichzeitig kursieren in dieser Branche jedoch auch zweifelsohne viele Vorurteile. Die Frage, mit der ich mich daher in letzter Zeit beschäftigt habe, ist: was sind eigentlich die größten Schwierigkeiten, denen Menschen in der IT, die hier auf selbstständiger Basis arbeiten, ausgesetzt sind? Was stimmt und was ist Mythos?

Der Faktor „Projektakquise“

Selbstständige ITler müssen sich im ersten Schritt natürlich ihre Arbeit selbst suchen. Der Vorteil: der Markt hat derzeit großen Bedarf an Fachkräften aus diesem Bereich. Wichtig ist natürlich, dass du weißt, wo genau du suchen musst.

Meine Erfahrung zeigt zudem auch, dass es wenig sinnvoll ist, wirklich jedes Projekt anzunehmen. Achte lieber darauf, dass die jeweilige Aufgabe auch zu dir und deinen Fähigkeiten passt… und selbstverständlich auch die Faktoren „Einsatzort“ und „Bezahlung“ stimmen.

Selbstständig und entspannt (!) arbeiten

Für die meisten Menschen ist die eigene Selbstständigkeit mehr als „nur“ ein Job. Dementsprechend schwer fällt es oft, Berufliches und Privates zu trennen. Ganz so exakt wie im „normalen“ Büro, in dessen Zusammenhang um 15 Uhr der Feierabend lockt, ist es bei einer Selbstständigkeit im IT Bereich jedoch nicht.

Dennoch ist es -bei aller Begeisterung für den Job- wichtig, sich seinen privaten Freiraum zu gönnen und beispielsweise auch im Urlaub bewusst zu entspannen – auch wenn die Gedanken sicherlich das ein oder andere Mal abweichen werden. Inwieweit dies zugelassen wird, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Vergiss jedoch nie, dass sich jeder -auch Selbstständige- ausreichend erholen müssen, um dann wieder voll durchstarten zu können.

Die Suche nach dem richtigen Preis

Eine selbstständige Tätigkeit kann auch -gerade im schnelllebigen IT Bereich- anspornend wirken. Immerhin bestimmst du selbst, was du wert bist. Je besser, je mehr und je effizienter du also arbeitest, umso mehr Geld kannst du verdienen.

Zudem bieten dir hier auch jedes neue Projekt und jede Weiterbildung die Möglichkeit, dich neu am Markt zu positionieren. Achte daher immer darauf, deine Preise -auch gerade zu Beginn- nicht zu niedrig anzusetzen. Nachträgliche Preiserhöhungen (aufgrund einer Fehlkalkulation) können dich letzten Endes auch einen Kunden kosten, der vielleicht von Anfang an ohnehin mehr gezahlt hätte.

Der tägliche Kampf gegen den Schweinehund

… mag vielen Selbstständigen oft schwerfallen. Gerade im Homeoffice ist der Fernseher oder das „gute Buch von gestern Abend“ immer in greifbarer Nähe. Plus: kein Vorgesetzter achtet darauf, dass das Projekt zur angegebenen Zeit bearbeitet wird.

Ich habe die Arbeit im Homeoffice jedoch immer genossen und war hier sogar produktiver als im „normalen“ Arbeitsumfeld, weil ich früh gelernt habe, verantwortungsvoll mit meiner Freiheit umzugehen. Dennoch ist gerade dieser Punkt zweifelsohne auch typabhängig. Während manche selbstständigen ITler super im Homeoffice arbeiten können, mieten sich andere in Büros ein oder arbeiten lieber beim betreffenden Kunden vor Ort.

Die Krankenversicherung – ein finanzieller Albtraum? Nein.

Für viele Selbstständige stellt die Suche nach einer bezahlbaren Krankenversicherung eine echte Geduldsprobe dar. Auch hier kann ich von meiner Seite aus -zumindest für den IT Bereich- Entwarnung geben. Ich zahle -in der gesetzlichen Variante derzeit etwas mehr als 800 Euro im Monat und bin der Meinung, dass dies durchaus vertretbar ist. Wer diese Summe nicht aufbringen kann sollte -und das ist nicht böse gemeint- noch einmal über seine Selbstständigkeit nachdenken.

Übrigens: private Versicherungen sind teilweise günstiger. Jedoch hängt der Beitrag dann wiederrum auch vom Alter und weiteren Faktoren ab.

Die Buchhaltung – ein „Buch mit sieben Siegeln“?

Vielen Selbstständigen graut es beim Gedanken an Worte wie „Umsatz-“ oder „Einkommenssteuer“. Ich muss jedoch sagen, dass ich dem Thema weitestgehend entspannt entgegenblicke. Bei mir fallen monatlich circa 20 Rechnungen an. Zudem nutze ich seit Beginn meiner Selbstständigkeit das Programm „Debitoor“, mit dem ich gut zurechtkomme. Zuletzt werden meine Eingaben dann noch von meinem Steuerberater überprüft. Klar: Buchhaltung kostet letzten Endes auch Geld, aber durch diesen Mix aus Programm und Steuerberatung spare ich Zeit und kann mich meinen eigentlichen Aufgaben widmen.

Multitasking beim Projektmanagement

Gerade in der IT werden oft mehrere Projekte parallel ausgeführt. Zeitmanagement, gerade auch mit Hinblick auf Urlaub, ist hier ein wichtiger Faktor. Überlege dir daher im Vorfeld genau, welche Projekte du wann annimmst, plane Pufferzeiten (für Krankheiten und Co.) ein und gestalte deine Ziele so, dass du sie auch erreichen kannst.

Fazit – wie herausfordernd ist das Selbstständig-Sein in der IT wirklich?

Zu Beginn ist es, wie in vielen anderen Berufen auch: die Herausforderungen scheinen immens, das Chaos mag ab und an zur Tagesordnung gehören. Wenn man dann jedoch seinen Weg gefunden hat, fällt es leichter, mit den kleinen und großen Herausforderungen umzugehen und diese weniger als Probleme, sondern vielmehr als Chancen zu betrachten.

Und gerade dann fängt es an, Spaß zu machen!

Lass‘ dich also nicht entmutigen und verwirkliche dich selbst. Jeden Tag… und auch dann, wenn es mal wieder stressig wird.

P.S.: Was sind deine Erfahrungen mit den Herausforderungen als IT Freelancer? 

Schreib doch mal in die Kommentare.

Trete jetzt der 242 IT Freelancer Community bei, um Tipps und Tricks zu erhalten,

welche dich in deiner IT Freelancer Karriere nach vorne bringen:

Erhalte kostenlose Marketing Tipps und Kurse direkt in dein Postfach.

Kostenlos für dich. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

Noch keine Kommentare vorhanden.

Was denkst du?