Acht Vorteile, welcher jeder IT Freelancer hat

Traumjob ITler? Für viele mag es sich so anhören, als hätten vor allem freiberufliche ITler ihr Hobby zum Beruf gemacht. Freie Zeiteinteilung, Technik im Überfluss und eine unglaubliche Projektvielfalt, die es erlaubt, sich immer wieder selbst zu finden und neu zu fokussieren. Doch Stopp! Wie realistisch ist es eigentlich, die IT-Branche als die „Basis von Traumberufen“ zu bezeichnen?

Im Folgenden soll den Vorteilen eines IT-Berufes auf den Grund gegangen werden, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren. Denn: genau wie in jeder anderen Branche bzw. in jedem anderen Beruf gibt es auch hier durchaus Schattenseiten, die vor allem bei der Berufswahl mit einkalkuliert werden sollten. Es wäre ein Fehler, zu blauäugig an die Sache heranzutreten. Auch ich habe, bevor ich mich als ITler selbstständig gemacht habe, vieles noch anders gesehen.

ITler arbeiten unabhängig. Immer. – Wirklich?

Jein. Unabhängig ist ein IT Freelancer vor allem mit Hinblick auf die grundlegenden Entscheidungen, die er mit Hinblick auf seine Person und seine Arbeit trifft. Klar! Diesen Vorteil bietet jede Selbstständigkeit. Ich kann entscheiden, für welche Projekte ich arbeiten möchte, wann ich Urlaub nehme und/ oder ob ich mir einen freien Tag gönne. Ich bin flexibel.

Klingt extrem entspannt? Das ist es nur teilweise. Unabhängig zu sein bedeutet nämlich nicht, keine Rechnungen mehr zahlen zu müssen. Dementsprechend ist es als IT Freelancer auch meine Aufgabe zu sehen, woher mein Geld bzw. mein Einkommen kommt. Also muss ich mich selbstverständlich nicht nur selbst um meine Kunden kümmern, sondern auch Verträge und Abmachungen einhalten. Ansonsten kann die Unabhängigkeit schnell zur Sackgasse werden.

Kurz: ja, als IT Freelancer kann ich viel entscheiden, trage jedoch auch ein hohes Maß an Verantwortung. Gleichzeitig muss ich mich natürlich auch nach den Wünschen meiner Kunden richten, um diese -auch für kommende Projekte- an mich zu binden. Von meinem Vermieter und der Dame an der Supermarktkasse bin ich nämlich in gewisser Weise auch abhängig… und brauche dementsprechend ein monatliches Einkommen.

Freie Zeiteinteilung! Juhu! – aber…

Zuerst die gute Nachricht: IT Freelancer können sich ihre Zeit frei einteilen. Sie können Urlaub nehmen, wann sie wollen, einen Tag „blau“ machen oder gemütlich in den Tag starten. ABER: dies gilt natürlich nur solange wie sichergestellt ist, dass Termine eingehalten werden. Der Punkt der freien Zeiteinteilung ist dementsprechend eng mit der Unabhängigkeit verknüpft. Nur, weil ich keinen „9 to 5“-Job habe, bedeutet das nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich möchte. Nur WANN ich arbeite, darf ich entscheiden. Wie früher in der Schule. „Die Hausaufgaben müssen bis in drei Tagen erledigt sein. Wann ihr sie macht, ist mir egal!“ (Zitat, meine Lehrerin).

Viele Projekte sind auch an einen strikten Zeitplan mit Präsenzzeiten gebunden. Diese gilt es natürlich ebenfalls zu berücksichtigen.

Und dennoch: ein IT Freelancer, der im Idealfall auch noch zum Großteil im Homeoffice arbeitet, ist natürlich flexibler als ein Angestellter, der morgens um acht Uhr stempeln muss.

„Mein Job, meine Regeln. Ich entscheidet!“ – Bedingt.

IT Freelancer sind im ersten Schritt ihr eigener Boss und können die Entscheidungen, die ihr Unternehmen betreffen, selbst fällen. Mit allen Vor- und Nachteilen. Dies bezieht sich natürlich auch auf die Preise und die Projektauswahl. Schnell wird hierbei jedoch auch klar, dass es nicht möglich ist, immer nur die „Rosinen“ herauszupicken. Wie schon gesagt: die Miete muss bezahlt werden. Daher ist es umso wichtiger, Preise auch entsprechend so zu kalkulieren, dass Versicherungen und Co. noch bezahlt werden können. Die Summen sind hierbei -allein schon aufgrund der Krankenversicherungen- nicht mit denen im Angestelltenverhältnis vergleichbar.

Die Herausforderung liegt hierbei darin, aus seinen Fehlern zu lernen und neue Erkenntnisse entsprechend umzusetzen. Eine allzu lange Kette an Fehlentscheidungen kann im schlimmsten Fall auch das Aus der Selbstständigkeit bedeuten.

Vielseitige Projekte

Ja, es stimmt. Die Arbeit eines IT Freelancers ist durchaus vielschichtig. Laut dem IT Freelancer Kompass dauern die meisten Projekte zwischen drei und zwölf Monaten. Danach geht die Reise weiter in ein neues Projekt bzw. neues Unternehmen. Somit erweitert sich der Horizont kontinuierlich und die Arbeit wird so gut wie nie langweilig.

Doch Achtung! Allzu viel Abwechslung kann sich auch negativ auf das Honorar auswirken! Besonders gefragt sind ITler, die sich auf einen bestimmten Bereich spezialisiert haben und hier ihre Fertigkeiten kontinuierlich erweitern.

Klassisches Vorurteil: IT Freelancer schwimmen im Geld

Okay: das Einkommen eines IT Freelancers ist in der Regel höher als das eines angestellten ITlers. Der durchschnittliche Stundenlohn liegt -laut Freelancer Kompass und bezogen auf das Jahr 2017- bei 87,36 Euro.

In diesen Wert spielen jedoch die Berufe der gesamten IT Branche mit ein. Hier gibt es teilweise deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Positionen in der IT.

Als Faustregel gilt, dass es als Freelancer in der Branche durchaus möglich ist, das Doppelte eines angestellten ITlers zu verdienen. Dafür müssen Freiberufler das Risiko tragen, sich selbst um ihre Aufträge kümmern zu müssen. Dank der vergleichsweise guten Auftragslage und der durchaus lukrativen Summen, die hierbei erwirtschaftet werden können, ist besagtes Risiko meiner Meinung nach jedoch vertretbar.

Arbeiten im Home Office

Das Home Office kann -je nach Arbeitseinstellung- Fluch und Segen zugleich sein. Ich beispielsweise mag es, ganz allein für mich zuhause und in Ruhe zu arbeiten. Andere lieben es, zwischendurch mit Kollegen zu plaudern.

Dennoch ist das Arbeiten aus dem Home Office gerade in der IT Branche zum echten Klassiker geworden. Wer einen „Mix“ möchte, mietet sich einfach ein Büro in einem der zahlreichen Workspace Angebote oder bevorzugt Projekte, bei denen er vor Ort beim Kunden sein muss.

Freie Kundenauswahl? Weitestgehend.

Es wäre gelogen zu sagen, dass es möglich sei, mit allen Kunden gleich gut zusammenzuarbeiten. Hierbei gilt dasselbe wie im normalen Büroalltag: mit manchen Menschen kommt man gut zurecht, mit anderen weniger. Im absoluten Notfall ist es in der Regel auch möglich, einen Vertrag vorzeitig zu kündigen.

Jedoch nur mit den „besten“ und „großzügigsten“ Kunden zusammenzuarbeiten, wird jedoch auf lange Sicht nicht funktionieren. Denn -auch wenn ich mich wiederhole- auch IT Freelancer müssen Geld verdienen.

Keine Verdienstgrenzen für Freelancer?

Naja. Es stimmt, dass ich als Freelancer meinen Stundenlohn selbst bestimmen kann. Dennoch hat auch mein Tag nur 24 Stunden. Das bedeutet: wenn ich mich nicht selbst in den Burnout treiben möchte, sollte ich wissen, wo meine Grenzen sind. Erholung ist auch für einen IT Freelancer ein wichtiger Bestandteil seines Daseins.

Dementsprechend würde ich das „Keine Verdienstgrenze“-Vorurteil nicht als Vorteil einstufen. Umso besser jedoch, wenn so gewirtschaftet wird, dass die Verdienstgrenze dann wiederum vergleichsweise hoch liegt.

Vorteile oder eine verantwortungsvolle Freiheit

Alle Vorteile, die sich mit dem IT Freelancer verbinden lassen, basieren auf einem Wort: Freiheit. Selbstständige ITler sind frei darin, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Mit allen Konsequenzen. Dies gibt die Möglichkeiten, Chancen wahrzunehmen und Fehler zu begehen.

Ob IT Freelancer wirklich als Traumberuf angesehen werden kann, ist also auch zum Großteil vom eigenen Charakter abhängig. Ich persönlich genieße es sehr, bis zu einem gewissen Punkt mein eigener Herr zu sein, schätze die Risiken immer wieder realistisch für mich ab und bin entsprechend mit meiner Berufswahl nach wie vor sehr zufrieden. 

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